Hass ist so 2015

Liebe Wutbürger und Gutmenschen,

wir haben uns heute hier versammelt, um über das Thema Hass zu sprechen.
Wir leben gerade in einem aufgewühlten Europa, das von Hilfesuchenden Menschen heim-gesucht wird.
Wieso “Heim-gesucht”? Weil diese Menschen ein Heim suchen; ein sicheres zu Hause, da es in ihrem eigenen Land Kriege und Gegenkriege gibt und ganze Familien ausgelöscht werden, wenn sie zB nicht der “richtigen” Religion angehören. Was für uns nichtige Argumente sind, um einen Menschen zu jagen, gilt in deren Heimatländern momentan zum Alltag. Was ich hier fast schon euphemistisch als “momentan” bezeichne, ist faktisch betrachtet falsch, da es diese Auseinandersetzungen nunmehr seit Monaten und Jahren gibt.

Woran wir denken sollten,

wenn wir über Flüchtlinge reden: Diese Menschen haben ihre Heimat, ihre Existenz, ihre Sprache, ihre Identität und ihre Familien zurückgelassen, um ihre Haut zu retten. Niemand, nicht einmal die im Vergleich wohlhabenden Mallorca-Auswanderer auf VOX, verlässt ohne Weiteres seine Heimat.
Ich möchte kurz mit euch innehalten: Stellen wir uns vor (und dafür wird unsere Fantasie, die selbst den größten Wohlstand gewohnt ist, nicht ausreichten), wir müssten unsere Heimat verlassen. Nein, nicht wir; Du musst Dein Land verlassen, weil es eine terroristische Gruppierung auf Dich und Deine Familie abgesehen hat. Würdest Du Dir nicht auch wünschen, dass nach Wochenlangem Fußmarsch und dem Entgehen so vieler Gefahren, dass da jemand ist, der Dir die Hand reicht? Der Dich aufnimmt? Dich und Deine Familie? Jemand, der Deinem Kind ein Schluck Wasser und ein Stück Brot anbietet, weil er in Frieden und im Überfluss lebt?

 

Kein Mensch ist illegal

Was der Mensch an sich zu vergessen haben scheint: Trotz Ländergrenzen und Ölbesitz gehört nichts davon Dir oder mir. Nichtmal der Politik gehört irgendetwas davon. Diese Erde, die wir bewohnen, gehört uns nicht. Wir tendieren zwar dazu, Besitzansprüche zu äußern; aber unter uns: Selbst wenn Dir ein Grundstück gehört, kann im Falle eines Krieges, oder oder oder, schnell alles anders aussehen.
Wir halten fest: uns gehört kein Land, kein Meer und kein Wölkchen am Himmel. Manche Menschen erwerben sogar Sterne und lassen diese nach sich benennen. Kann man machen, netter Gag. Aber diesen Menschen wird hoffentlich bewusst sein, dass dieser Stern nicht wirklich (tatsächlich und reell) ihnen gehört.
Thema Atomwaffen: Ich bin dagegen, dass irgendein Mensch solche Waffen besitzt, da es einen einzigen Irren benötigt, um unseren schönen Planeten für Jahrhunderte unbewohnbar zu machen. Dennoch hält der Mensch an diesen Machtinstrumenten fest, die lediglich Angst und Schrecken verbreiten sollen. Eine freie Welt sieht anders aus.

Keiner von uns ist frei

Traurig aber wahr: Wenn sich dieser eine Irre morgen dazu entschließt, ein paar Atombomben hochzujagen, dann hilft uns unser Hass gegenüber bedürftigen Menschen auch nichts. Ebenso, wie unser Hass den hasserfüllten Menschen gegenüber nichts bringt. Ich halte fest: Wir sind alle der Spielball einiger einzelner und machtvollen Menschen, die jederzeit über Leben und Tod ganzer Landstriche entscheiden können.
Ist das fair? Nein. Ist es trotzdem so? Ja.

An die Gutmenschen, die mit Hass antworten

Man kann Feuer nicht mit Feuer bekämpfen. Meine These ist, dass genau die Menschen gegen Flüchtlinge, bzw. pro Fremdenhass sind, die es nicht besser wissen und vielleicht ihren geistigen Horizont nie erweitert haben. Nichtmal, weil sie es nie wollten, sondern weil vielen Menschen nach wie vor Bildung nicht zugänglich gemacht wird. Wenn ein ländlicher Landstrich aus Jugendlichen besteht, die aufgrund der regionalen Armut nie ihr Dorf verlassen haben, dann sind diese Menschen die letzten, denen wir mit Hass begegnen sollten.
Wir, die selbsternannten Gutmenschen *würgt ein bisschen ob des Begriffs*, wollen es ja besser machen und den Hass auslöschen, für mehr Toleranz sorgen. Und doch greifen einige von uns zur selben Waffe wie die Unwissenden und machen damit alles nur noch schlimmer. Ja, so verhärten sich die Grenzen.

Wir brauchen Alternativen

Alternative Menschen, die selbst keinem Duktus folgen, den sie weiter indoktrinieren wollen. Wir brauchen Menschen für Menschen, die sich Gesprächen öffnen und ruhig diskutieren, argumentieren, sich verbalen Kot an den Kopf werfen und doch bereit sind, einander zuzuhören.

Kein Mensch hasst aus Prinzip

Das hat auch die Politik schon erkannt, die sich die Ängste und Ignoranz (hier als nicht wissend genutzt) für ihre Wahlkampagnen ausschlachtet und ausnutzt. Wir, das Volk, sollten näher zusammenrücken und uns nicht weiter als Spielball weniger Machtmenschen veräppeln lassen. Das sollte unser aller Anliegen sein. Und vor allem: Wenn wir Frieden möchten, sollten wir so friedlich wie nur möglich miteinander umgehen.

Denn Hass war noch nie eine gute Antwort auf Hass.

 

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